Was ist ein VServer

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Ein Softwareserver, der gemeinsam mit mehreren anderen Servern auf einem gemeinsamen, meist sehr leistungsstarken, physikalischen Rechner gehostet ist, wird VServer genannt. Auch im umgekehrten Fall, wenn mehrere Rechner zu einem Computercluster zusammengeschaltet werden und auf jedem einzelnen Rechner ein Softwaresurfer installiert ist, der Klient aber den Eindruck hat, dass es sich dabei um einen einzigen Server handelt, wird von einem VServer gesprochen.

VServer ist die Kurzbezeichnung für einen virtuellen Server. Als virtuell bezeichnet man etwas das nicht wirklich ist, aber die selben Qualitäten und Eigenschaften wie das Wirkliche hat. So handelt es sich bei einem virtuellen Surfer nicht um einen dedizierten Server, also einen Rechner, der mit seiner gesamten Leistung und Speicherkapazität einem einzelnem Klient zur Verfügung steht, sondern ein VServer, wie er in der Regel dem Kunden angeboten wird, ist ein Softwareserver, der sich mit anderen Softwareservern einen gemeinsamen Rechner teilt. Für den Benutzer des Servers entsteht aber der Eindruck, als würde es sich dabei um einen Einzelserver handeln, weil er die gleichen Eigenschaften wie dieser besitzt und auch weitestgehend die gleichen Möglichkeiten bietet.

Der VServer ist ein Mittelweg zwischen einem dedizierten Server und Sharedhosting. Man besitzt also weder einen einzelnen Rechner mit Serverfunktion für sich allein, noch muss man sich mit tausenden Usern den Space eines Rechners teilen, wie das beim Sharedhosting der Fall ist. Die Anzahl der VServer, die auf einem Rechner installiert sind, liegt zwischen zehn und einigen hundert. Aus der Sicht des Klients verhält sich der virtuelle Server genauso wie ein „wirklicher“ Server. Der Unterschied besteht nur darin, das er sich mit anderen Servern die Ressourcen und die Leistung eines gemeinsamen Rechners teilt. Dabei wird jedem einzelnen Server einen ganz bestimmter Teil der Leistung und der Ressourcen zugesichert, sodass der Anwender genau weiß, über welche Speicherkapazität und über welche Leistung der virtuelle Server, den er gemietet hat, verfügt.

Virtuelle Server können mithilfe spezieller Programme auf einem Rechner eingerichtet werden. Ein solches Programm ist Virtuozzo. Mit dieser Software lassen sich auf einem physischen Host mehrere virtuelle Server auf Basis das Betriebssystems erstellen. Auch mit Programmen des Softwareunternehmens VMware können virtuelle Server eingerichtet werden. VMware Server ist ein Programm, das wie Virtuozzo auf ein Betriebssystem aufgesetzt werden muss. VMware ESX Server dagegen benötigt kein Betriebssystem als Basis. Ähnlich wie die ebenfalls zur Errichtung virtueller Server geeignete Software XEN, die direkt auf der Hardware läuft, kann ESX Server unabhängig von dem auf dem Server installierten Betriebssystem arbeiten. Die VMware-Programme müssen zur Bildung mehrerer virtueller Server an die VMware-Programmkomponente Virtual Center angebunden werden. Virtuozzo, VMware und XEN laufen auf Linux Servern und wurden teilweise ursprünglich nur für Linux entwickelt.

Die Anwendungsmöglichkeiten der virtuellen Server unterscheiden sich kaum von denen der dedizierten Server. Auf virtuellen Servern können fast alle gewünschten Programme installiert werden. Sie eignen sich als Webserver, als Mailserver und zum Filesharing. Virtuelle Server kommen an Universitäten, in Unternehmen und im privaten Bereich zum Einsatz. Die Einschränkungen, die man als Verwender eines virtuellen Servers gegenüber einem dedizierten Server hinnehmen muss, sind sehr gering. So verfügt beispielsweise ein dedizierter Server in der Regel über höhere Speicherkapazitäten und einen größeren Arbeitsspeicher. Deshalb ist ein virtueller Server für Anwendungen, die zu viele Ressourcen in Anspruch nehmen, ungeeignet. Deshalb können sie nicht als Gameserver verwendet werden. Außerdem besitzt der Anwender eines virtuellen Servers keine Administratorrechte und kann nicht auf den Rechner oder auf die Basissoftware zugreifen und deren Konfiguration ändern. Der entscheidende Vorteil eines virtuellen Servers liegt vor allem darin, dass seine Kosten geringer als die für einen eigenen dedizierten Server sind. Ein weiterer Vorzug eines VServers ist, dass bei geringem Zugriff auf die anderen Server desselben Rechners sogar mehr als die ihm zugewiesenen Ressourcen verwendet werden können.