vServer erfreuen sich mittlerweile zunehmender Beliebtheit, da sie vom Preisniveau her auch für Privatnutzer attraktiv geworden sind und oft mit den Preisen für komplette Webhosting-Pakete mithalten können. Im Gegensatz zu einem statischen Webhosting-Paket bietet ein vServer sehr viel mehr Möglichkeiten und läßt sich vielseitig einsetzen, was allerdings zumindest grundlegende Kenntnisse im Umgang mit Linux-basierten Servern voraussetzt.
Abhängig von den verfügbaren Ressourcen wie zugeteilter Hauptspeicher oder CPU-Zeit lassen sich u.a. folgende Dienste auf einem vServer problemlos betreiben:
- Webserver für eigene Websites
- Kommunikationsserver wie IRC-Server oder TeamSpeak-Server
- IRC-Bouncer
- Tor-Server
Von entscheidender Bedeutung für einen virtuellen Server sind die Ressourcen, die vom Hostsystem den darauf laufenden vServern zugewiesen werden. Mit Ressourcen sind hier CPU-Kapazität oder Hauptspeicher gemeint, die allen virtuellen Servern zur Verfügung stehen. Damit nun nicht ein vServer mit einer stark CPU-lastigen Anwendung alle anderen virtuellen Server sowie das Hostsystem in die Knie zwingen kann, werden die Ressourcen in der Regel fix zugeteilt. Das Überschreiten dieser Limits ist in der Regel kurzfristig möglich (z.B. bei prozessorintensiven Datenbankabfragen).
Bevor man sich für einen vServer entscheidet, sollte man auf jeden Fall einen Blick in die AGB des entsprechenden Anbieters werfen, denn dort finden sich normalerweise wichtige Hinweise darauf, welche Dienste auf dem vServer erlaubt sind und welche nicht. P2P-Server sind üblicherweise genauso verpönt wie Anwendungen, die einen virtuellen Server regelmäßig zu 100% auslasten.
Vor dem Abschluß eines vServer-Hostingvertrags sollte man sich ganz konkret Gedanken darüber machen, wo die Prioritäten für den eigenen vServer liegen sollen: Soll das Paket eher ein möglichst großes Transfervolumen enthalten oder sind die Ressourcen wichtiger? Selbstverständlich müssen auch weitere Faktoren wie Vertragslaufzeit oder Kosten für die Überschreitung des Traffic-Limits einkalkuliert werden – so wird man mitunter feststellen, daß sich ein vermeintliches Schnäppchen schnell zu einer Kostenfalle entwickeln kann.
Bei der Auswahl eines vServers sollte man deshalb folgende Punkte unbedingt miteinander vergleichen:
- Ist der Anbieter seriös? Wie lange agiert er schon auf dem Markt?
- Welche Kosten entstehen im Supportfall? Gibt es eine kostenlose Hotline oder verlangt der Anbieter teure Minutenpreise?
- Wie sieht es mit der Ressourcenzuteilung aus? Macht der Anbieter Angaben darüber, wie es mit den minimalen und maximalen Werten aussieht?
- Gibt es Probeaccounts, mit denen ein vServer zunächst für eine befristete Dauer getestet werden kann, ehe man einen Vertrag abschließt?
- Wie lange ist die Vertragslaufzeit? Müssen Zahlungen im voraus geleistet werden? Falls ja: Finger von solchen Anbietern – seriöse Anbieter verlangen keine Vorauszahlungen für 12 Monate oder länger
Fazit: Ein vServer kann eine lohnende Sache sein, sofern man Linux-Grundkenntnisse besitzt und weiß, wie man seine installierte Software in Form von Mailerdaemons, Webservern usw. auf dem aktuellen Stand hält und regelmäßig Patches einspielt. Einerseits bietet ein vServer sehr viel mehr Möglichkeiten als ein Webhosting-Paket, andererseits muß man sich auch darüber im klaren sein, daß man selber für die Sicherheit seines vServer verantwortlich ist.